Meine Kommunikation mit mehr Aufmerksamkeit

Woche 4 – Tag 26

Tägliche Praxis für die Woche

Achtsam innehalten

Einen wunderschönen Tag wünsche ich dir!

Heute mal kein Video am Dienstag -sondern ein kleiner Text zum innehalten.

Nur noch vier Tage bis zum Kursende – bleib dran 🙂

Herzliche Grüße, Walter

Achtsam innehalten

Innehalten hat mit halten zu tun. Wir halten an und kommen vom Gehen zum Stehen. Inne­halten hat mit innen zu tun. Wir gehen in uns und kommen vom Tun zum Lassen.

Unser Beziehungsleben ist eine große Herausforderung, die zu meistern hohe Anforderun­gen stellt: Befähigung, Bereitschaft, Geduld. Ständig sind wir gefordert, für unsere Bezie­hungen etwas zu tun und oft arbeiten wir, willentlich oder ungewollt, auch heftig gegen sie.

Wenn wir innehalten, fangen wir an, uns vom geistigen Ballast und den emotionalen Verstri­ckungen zu befreien und werden gelöster. Jetzt müssen wir nichts tun, nichts erreichen und auch nichts lösen. Losgelöst von unseren vielen Aufgaben, Schwierigkeiten und Problemen lassen wir unsere Gedanken kommen und geben, unsere Gefühle sich frei bewegen, und unseren Körper lassen wir nieder.

Wir pflegen unser Zusammensein. Wir rücken zusammen, lassen uns aufeinander ein und lassen uns so sein, wie wir sind. Wir lassen uns Zeit. Wir denken und reden langsamer. Wir äußern unsere Gefühle sanftmütiger und lassen unseren Körper ruhig werden.

Wir werden besinnlich, wandern mit unseren Gedanken nach innen und betrachten das Ganze. Gelassen denken wir über unsere Beziehungen nach: über unsere Arbeitsbeziehung und Familienbeziehung, unsere Partnerbeziehung, unsere Freundschaftsbeziehung und unsere Liebesbeziehung. Wir tauschen unsere Gedanken und Erfahrungen aus, überlegen, regen uns gegenseitig zum Weiterdenken an – und schweigen auch.

Wir betrachten unser Leben. Wir blicken zu rück und besinnen uns auf das, was wir hinter uns gebracht haben. Wir schauen nach vorn und überlegen, was wir noch alles vor uns haben. Wir machen uns bewusst, was wir erreicht haben und nicht erreichen konnten, ent­wickeln unsere Wünsche und rätseln darüber nach, was noch werden könnte.Wir entwerfen Visionen vom besseren Leben, werfen einen Blick auf unser Lebensende und fragen nach dem Sinn des Ganzen. Wir erkennen, dass alles seinen Grund und seine Zeit hat, dass alles ist, wie es ist, und alles kommt, wie es kommt.

Beim Innehalten sind wir zusammen. Wir sind uns in besonderer Weise nah und vertraut. Nichts steht zwischen uns und nichts ist uns fremd. Beim Innehalten sind wir auch mit uns selbst zusammen. Jeder von uns spürt seine Innigkeit in einer Weise, als wäre er „ich selbst“.

(Quelle: Acht Schritte zur Achtsamkeit – Friedrich D. Hintze)